Ökumene?

By Stephan

Wenn man das Wort übersetzt, heißt oikoumene „die ganze bewohnte Erde“. Hm, mal kurz nachdenken. Wenn ich heute in die Zeitung schaue, dann empfehlen dort beide großen Kirchen, am ökumenischen Kirchentag, nicht das jeweils „falsch-konfessionierte“ (oder wie nennt man das denn?) Abendmahl zu besuchen, da dies der Ökumene (diesmal im Sinne von „Dialog der christlichen Kirchen“) mehr schaden als nützen würde. Zitat von Johannes Friedrich im Nordbayrischen Kurier von heute: „Nach meiner Erfahrung gibt es keinen ökumenischen Fortschritt durch öffentlichen Druck – im Gegenteil: Das gemeinsame Abendmahl beim letzten Ökumenischen Kirchentag hat der Ökumene geschadet!“
Also zusammengefasst… die praktizierte Ökumene schadet der Ökumene!? Kapier ich immer noch nicht, ich bin wieder mal zu dumm dafür.
Vielleicht liegt es wie so oft an einem Oben – Unten Gefälle. Das, was die dort oben – wer auch immer das sein mag – aufgrund von historischen Zwängen und politischem Kalkül empfehlen, entfernt sich meiner Meinung nach zunehmend von der Basis. Nimmt man Jesus als Vorbild, dann kann man etwas Interessantes entdecken. ER blieb eben nicht „da oben“ sondern hat sich zu uns „nach unten“ begeben, um genau die anzusprechen, die von denen „da oben“ ausgeschlossen wurden. Vielleicht hat ER ja auch zu wenig politisches Verständnis?! Damals war es denen „da oben“ auch gar nicht so recht, dass Jesus durch öffentlichen Druck „da unten“ ihre schöne Ruhe durcheinander gebracht hat. Es könnte also auch sein, dass an der Basis gelebte Ökumene nur einer bestimmten „da oben Ökumene“ schadet. Damit könnte ich übrigens sehr gut leben…

2 Antworten zu „Ökumene?“

  1. Patricia sagt:

    Danke – dieser Beitrag ist herzerfrischend.

    Und er erinnert mich an Geschehnisse aus meiner Jugend:

    An die Zeit, als ich glücklich bei der Evangelischen Gemeindejugend war (als Katholik…) und mir dann von meinem (katholischen) Dorfpfarrer entsetzte Ausrufe („Kind, Du bist Verräter der eigenen Gemeinde!“) anhören durfte.
    Oder wie er mir „verbieten“ wollte, am Abendmahl teilzunehmen – weil ich damit meine künftige Teilnahme an der Kommunion im katholischen Gottesdienst „verwirken“ würde.
    Ach, und in der Grundschule wurden wir von ihm im Religionsunterricht ermahnt, auf dem Pausenhof nicht „mit den Evangelischen“ zu spielen. „Die glauben nicht an Maria.“ war seine angstmachende Drohung – das könnte ja „abfärben“.

    Wenn ich an solche Dinge zurückdenke, kommen mir Deine Worte dann doch nicht mehr so sonderbar vor.

    Traurig, das.

  2. Stephan sagt:

    Hallo Patricia,

    danke für deine Antwort^^. Deine Geschichte zeigt sehr deutlich, welch bizarre Ausmaße die Ökumene „von oben“ annehmen kann ;) .

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