Mit einem Schmunzeln hab ich grad auf der Seite einer Buskampagne unserer atheistischen Mitbürger gestöbert. Dort berichten hochmotivierte Menschen ihre Erfahrungen, die sie auf ihrer Deutschlandfahrt mit ihrem Doppeldeckerbus machen, auf dem „Es gibt mit (an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ steht. Kommentar der Landeskirche im Sonntagsblatt dazu:
„Die Atheisten machen das, was sie immer machen… sie beschäftigen sich mit Gott.“
Ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind sie damit einem logischen Fehler auf den Leim gegangen. Aus ihrer Sicht ist ja die These, dass Gott existiert, eine Dummheit. Mein Lieblingsspruch lautet
„Die Dummheit einer These fließt auch immer in die Gegenthese ein.“
Insofern müssten sie mal einen Atheismus erfinden, der ganz ohne Gott auskommt. Das wird aber schwer, denn solange ich „gegen“ etwas bin, bleibt genau das, wogegen ich bin das Zentrum meines Denkens und Handelns – egal ob als These oder Gegenthese. Gegen etwas zu sein ist auch die einfachere Lösung. Für etwas zu stehen (und hey, für Atheismus zu sein ist eine Milchmädchenrechnung^^) ist da schon wesentlich schwieriger. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann stehen die Betreiber dieser Aktion für Menschenrechte, Freiheit des Denkens und Aufklärung. Hm, das sind ja aber alles Dinge, für die Jesus ebenfalls steht. Ich sage nicht, dass seine Kirche immer dafür steht, aber zumindest der Gründer der christlichen Bewegung war meiner Meinung nach ein absoluter Aufklärer^^. Also, liebe atheistischen Brüder (das mein ich jetzt von ganzem Herzen), lasst uns doch mal gemeinsam z.B. für eine gerechtere Verteilung der Güter oder für eine Stärkung der Rechte von Benachteiligten kämpfen, anstatt uns gegenseitig den Verstand abzusprechen^^. Das wär doch mal ein Zeichen von gelebter Aufklärung
Juni 11, 2009 um 8:46 |
Gut beobachtet und treffend geschrieben. Finde es auch schade, dass man sich bekämpft, statt sich zu respektieren. Hatte vor ein paar Wochen auch dazu gebloggt:http://is.gd/YHDr