Lesen grad im Hauskreis den Römerbrief und entdecken dabei immer wieder echte Schätze – auch wenn so manches ‘Lutherdeutsch’ heut in jedem Schüleraufsatz rot markiert werden würde
.
Als Lesehilfe haben wir u.a. das Buch von Klaus Vollmer, das manchmal etwas schräg, aber oftmals auch echt schön zu lesen ist. Eine tolle Passage hat mir heut wieder echt zu denken gegeben. Es geht um all die Mit-Christen, die das Evangelium zugunsten neuer Gesetzlichkeit verlassen haben… lest selber:
„Es ist, als wenn Paulus jedem, der mit dem Gesetz umgehen will, sagt: Macht euch nichts vor, das Gesetz bringt uns alle ins Elend. Vom Gesetz kommt kein Heil, auch für uns Christen nicht. Und wer sagt, er möchte das Gesetz in der Kraft Christi befolgen, oder er möchte aus Dankbarkeit für die Erlösung den Willen Gottes beachten und tun, der wird im geistlichen Elend landen, im Widerspruch, im schlechten Gewissen, im Anklagen anderer, im Mißtrauen gegenüber sich und Gott – und eines Tages wird für ihn dieser herrliche, rettende Jesus-Glaube verwelken, und der Mensch wird überhaupt nichts mehr glauben. Dieses Elend hat jeder vor sich, der sich mit dem Gesetz einlässt.
Man schaue sich viele liebe und fromme Menschen an, die einmal geistlich im Evangelium begonnen haben und sich dann aus Angst und Unsicherheit ein Gesetz nach dem anderen aufhalsen ließen und meinten, wenn man dies nicht mehr täte und jenes verböte, dann müsste man doch heiliger und vor Gott sauberer werden. Aber sie wurden nicht heiliger und nicht gewisser, ihre Gesichter wurden nicht heller und ihr Glaube nicht mutiger, im Gegenteil, sie wurden zu christlichen Karikaturen, die niemanden mehr überzeugen und zum Evangelium rufen konnten. Ihr ganzes Frommsein bestand zum Schluss aus Verboten und Verdächtigungen. Sie hatten geistlich begonnen und endeten im Elend.“
Man, das spricht mir so aus der Seele!